Agil im Sinne des Kunden

Agile Software-Entwicklung, damit werben auch in Deutschland immer mehr Firmen. Auch wir, die planBLICK GmbH, behaupten von uns das wir „Agil“ arbeiten.
Aber was bedeutet das eigentlich? Und vor allem, was bedeutet das für Sie als Kunden und welche Vorteile haben Sie davon? Diese Fragen möchte ich beantworten und zum Schluss eine kleine Hilfestellung geben wie Sie erkennen können ob eine Firma wirklich „Agil“ arbeitet oder ob der Begriff Agilität nur als Werbemaßnahme verwendet wird.

Was bedeutet "Agile"?

Das Wichtigste vorweg: Das Wort „Agile“ ist meistens eher ein Modewort das insbesondere in der Werbung verwendet wird. Mit dem dahinter stehendem Konzept hat es allerdings erst einmal wenig zu tun. Denn soetwas wie „Agile“ als Vorgehensmodell gibt eigentlich nicht.
Die Herkunft des Begriffs dürfte in einem Manifest begründet sein welches vollständig lautet:

Manifesto for Agile Software Development

Oder zu deutsch: Manifest für agile Softwareentwicklung. Hinter diesem Manifest steckt eine grundlegende Einstellungen die dazu dienen sollen bessere Wege für die Entwicklung von Software zu finden und anderen dabei zu helfen diese auch zu verwenden.
Ich schreibe hier bewusst das es sich um eine „Einstellung“ handelt und nicht um „Regeln“.
Während man nämlich Regeln ganz einfach anwenden kann, muss man Einstellungen ändern.

Auch das Manifest für agile Softwareentwicklung spricht nicht von Regeln sondern von Werten

Regeln werden befolgt, Werte gelebt

Während es für die meisten Menschen relativ einfach sein dürfte sich an gewisse Regeln am Arbeitsplatz zu halten, erfordert das ändern der eigenen Einstellung manchen Menschen so einiges ab. Genau diese Veränderung ist aber die Grundlage dafür daß agile Methoden funktionieren und sowohl für Firmen wie auch Kunden einen Mehrwert bieten.
Das einfache befolgen irgendwelcher Regeln reicht hier leider nicht aus. Vielmehr muss man von den Werten die das agile Manifest beschreibt überzeugt sein und diese leben wollen. Ist das nicht der Fall, ist man auch nicht agil sondern nutzt lediglich das Buzzword „Agile“ für die Aussendarstellung.

Verteilung Vorgehensmodelle in Deutschland
Quelle: https://www.bitkom-research.de/epages/63742557.sf/de_DE/?ObjectPath=/Shops/63742557/Categories/Presse/Pressearchiv_2018/Scrum__8211__Koenig_unter_den_agilen_Methoden

Wer profitiert von agiler Softwareentwicklung?

Agile Softwareentwicklung kann für alle eine Verbesserung bedeuten. Sie kann aber, wenn nur halbherzig und ohne den nötigen Einstellungswandel eingesetzt, auch für alle zur Belastung werden. Vom Mitarbeiter, über das Unternehmen bis zum Kunden.

Für die Mitarbeiter bedeutet die Anwendung agiler Methoden vor allem ein Mehr an Verantwortung welche aber im gleichen Maß neue Freiheiten mit sich bringt.
Problematisch wird es hier insbesondere dann, wenn die Freiheiten gerne genommen werden, die Verantwortung aber abgeschoben wird. Verantwortung zu übernehmen liegt nicht jedem und zwingen kann man niemanden dazu.
Genauso problematisch ist es wenn der Vorgesetzte zwar erwartet das die Mitarbeiter die Verantwortung übernehmen, diesen aber nicht die Freiheiten einräumt damit man bereit ist sich den neuen Verantwortungen zu stellen.

Für Unternehmen winken insbesondere effizientere Arbeitsabläufe und damit einhergehend Kosteneinsparungen. Beides sind aber Nebeneffekte eines funktionierenden agilen Systems und dürfen nicht zum Ziel werden. Wenn ein Mitarbeiter das Ziel vorgegeben bekommt effizienter und kostensparender zu arbeiten wird oft als erstes bei der Qualität gespart. Das erhöht zwar kurzfristig die Effizienz und spart Zeit und Kosten, Mittel- und Langfristig macht es aber um so grössere Probleme.
Vor allem muss klar sein das die Veränderung zum agilen Arbeiten zunächst sogar Zeit und Geld kosten kann und wird. Ist eines von beiden nicht ausreichend vorhanden, wird die Einführung höchstwahrscheinlich scheitern. Im besten Fall wird so getan als würde man agil Arbeiten, jedoch ohne dies wirklich zu tun, zum Leidwesen der Mitarbeiter, der Kunden und des Unternehmens selbst.

Für Kunden ist der größte Vorteil von agilen Methoden sicherlich die Gewissheit zu haben zu jedem Zeitpunkt für das eingesetzte Geld das bestmögliche Ergebnis zu erhalten, aber auch die Tatsache das ein agil arbeitendes Unternehmen flexibel auf Veränderungen der Anforderungen reagieren zu können. Bei Projektlaufzeiten von mehreren Monate bis hin zu Monaten ein nicht zu unterschätzender Punkt denn wer weiß schon was sich innerhalb der nächsten paar Monate alles ändert? Und wenn das beauftragte neue Feature nichtmehr nötig ist und noch nicht mit der Umsetzung begonnen wurde, entstehen auch keine Kosten.Das heißt die Software ist fertiggestellt wenn der Kunde sagt „Das reicht mir“.
Allerdings fordern diese Vorteile auch von den Kunden einiges ein, so z.B. die Bereitsschaft Zeitnah neue Entwicklungsstufen auszuprobieren und konstruktives Feedback zu geben.
Kurz: Der Kunde muss bereit sein am Entwicklungsprozess aktiv teilzunehmen.

Agile Boards werden häufig analog geführt damit jeder sich einfach und schnell einrbingen kann und um die Transparenz für alle Beteiligten herzustellen. Alle nötigen Arbeitsschritte müssen dabei auf dem analogen Board vorhanden sein.

Agile oder agil?​

Zu erkennen ob eine Firma agil arbeitet oder doch nur mit Agile wirbt ist leider nicht ganz einfach, zumal gelebte Agilität vor allem zu unterschiedlichsten Prozessen führt, je nach Branche, Erfahrung mit agilen Methoden und Anforderungen.
Es gibt aber einige Anzeichen die für eine agile Einstellung in der Firma sprechen. So ist es z.B. nicht unüblich daß Firmen die agil arbeiten großen Wert darauf legen das auch die Kunden verstehen was es damit auf sich hat und daher bereits bei ersten Beratungsgesprächen schon auf die Vorteile und Eigenheiten dieser Methode hinweisen. Generell wird meistens ein sehr hoher Wert auf Transparenz gelegt, auch oder sogar insbesondere gegenüber den Kunden.
Ein weiteres Anzeichen für agile Vorgehensweisen ist, wenn Wert auf eine strikte Priorisierung von Features seitens des Kunden gelegt wird und dann auch immer nur die wichtigsten Punkte geplant und umgesetzt werden.
Beinahe schon untrügerisch wird es wenn Kunden regelmässig zur Vorstellung von neuen Entwicklungen innerhalb weniger Wochen eingeladen werden um erstes Feedback zu geben.

Völlig offensichtlich wird eine nicht agile Vorgehensweise wenn bereits vor der Beauftragung eine vollständiges Lastenheft vom Kunden erwartet wird oder zusammen mit dem Angebot ein umfangreiches Pflichtenheft dem Kunden übergeben wird.

Fazit

Die Welt der agilen Softwareentwicklung ist groß und Facettenreich und nicht umsonst werden ganze Bücher darüber geschrieben. Ein Blogpost kann insofern nur einen kleinen Überblick geben darüber was agile Softwareentwicklung bedeutet, welche Vorteile und Gefahren sich ergeben und wie man erkennen kann ob eine Firma nur mit Agile wirbt oder es auch ist.

Wir bei planBLICK leben für agile Softwareentwicklung und denken daß diese Art des Arbeitens nicht nur unternehmerische Vorteile mit sich bringt sondern auch für jeden Menschen das potential zur Verbesserung des Arbeitsplatzes hat.

Wenn Sie der Artikel neugierig gemacht hat, oder Sie akkute Fragen zum Thema agile Software-Entwicklung haben, hinterlassen Sie uns unbedingt einen Kommentar oder schreiben Sie uns eine Email. Wir unterstützen und beraten gerne jeden der bereit ist nach besseren Möglichkeiten zur Zusammenarbeit zu suchen.

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